Gummi-Lexikon

Flüssigsilikon – Kautschuk (LSR)

Flüssigsilikone (LSR = Liquid Silicone Rubber) sind im Gegensatz zu den peroxidisch vernetzten Festsilikonen additionsvernetzt. Bei der Verarbeitung im Spritzgießverfahren werden 2 gebrauchsfertige Einzelkomponenten A+B im Verhältnis 1:1 gemischt und in die heiße Vulkanisierform eingespritzt. Flüssigsilikone zeichnen sich durch sehr kurze Vulkanisationszeiten aus. Die Verarbeitung von LSR kann mit geringen Einspritzdrücken erfolgen. Daher ist meist eine gratfreie Produktion der Formteile möglich.

Die Flüssigsilikon-Kautschuke sind in Ihren Eigenschaften den Silikon-Kautschuken ähnlich. Sie zeigen also eine hohe Temperaturbeständigkeit, sehr gute Kältflexibilität, ein hervorragendes Alterungsverhalten und ausgezeichnete elektrische Isoliereigenschaften. Darüber hinaus weisen sie eine gute Weiterreißfestigkeit und eine hohe Reißdehnung auf.

LSR ist für die Härtebereiche Shore A 30-80 erhältlich.

Anwendungsgebiete: Die Anwendungsgebiete für LSR-Formteile sind ähnlich den Formteilen aus Fest-Silikon-Kautschuk. Aufgrund der hohen physiologischen Verträglichkeit werden viele Formteile in der Medizintechnik aus Flüssigsilikon hergestellt. Spezielle hochtransparente Typen eignen sich für optische Anwendungen (z.B. Kontaktlinsen).